WEIßdorn

Crataegus

gehört zu der Pflanzenfamilie der Rosengewächse (Rosaceae). Der  Untertribus sind die Kernobstgewächse (Pyrinae).

Name

Name (botanisch):
Eingriffeliger Weißdorn: Crataegus monogyna
Zweigriffeliger Weißdorn: Crataegus laevigata (oder
Crataegus oxyacantha)
C. laevigata „Paul´s Scarlett“ = Rotdorn

 

Namensherkunft:

Weiß – wegen der weißen Blüte und (im Gegensatz zum „Schwarzdorn“= Schlehe) wegen der helleren Rinde.

Dorn – wegen der Sproßdornen an den Zweigen.

Crataegus – von griech. „krataigos“ = fest, so wurde eineWeißdorn-Art von den Griechen genannt, wegen des harten Holzes.

Hagedorn, weil als Heckenpflanze genutzt. Hag = von einer Hecke umstandenes Gelände.

Rotdorn = rot blühende Exemplare des zweigriffeligen Weißdorns

 

Botanik

Weißdorne sind eine Gattung von Sträuchern oder kleinen Bäumen. Es gibt 200-300 Arten in den gemäßigten Klimazonen der Nordhalbkugel.
Größte Verbreitung: Nordamerika.
In Europa sind 22 Arten bekannt, in Deutschland 3.
(S.o., der dritte ist der großkelchige Weißdorn, C. rhipidophylla oder rosiformis, der nur in der Fachliteratur erwähnt wird.) Je nach Systematik der Artenbestimmung werden 100-1000 Arten angegeben.


Die sichere Bestimmung der Gattung ist einfach, die der verschiedenen Arten ist sehr schwierig, da die Unterschiede meist nur von Fachleuten wahrgenommen werden können und die Arten untereinander leicht bastardieren.


Carl von Linné ging nur von einer Art aus, die er C. oxyacantha nannte.
Weißdorne sind sommergrüne Sträucher oder kleine Bäume mit kugeligen Kronen, dicht verzweigt und dornig, daher als Heckenpflanze geeignet.


In den 50er und 60er Jahren sind in den ländlichen Gegenden viele Hecken entfernt worden. Im Zuge der Ökologie-Bewegung wollte man den Lebensraum des Weißdorns wieder herstellen und pflanzte sie wieder an, leider ging die Artenvielfalt dadurch verloren.


Blüten: weiß, rosa, rot, stehen in Doldenrispen, Mai-Juni, auffälliger Geruch
Rinde: grün-braun bis dunkelbraun, mit Wülsten und Furchen versehen
Holz: hart und schwer, für Werkzeugstiele + Wanderstäbe
Blätter: auffällig gesägt, tief eingeschnitten, gebuchtet, rautenförmig, 3, 5 oder 7 Lappen,
Früchte: Apfelfrüchet, 0,7-2 cm groß, rot oder orange (selten blau, schwarz, gelb). Sie enthalten 1-5 Steinkerne, Fruchtfleisch gelblich, trocken und mehlig, süß-sauer. August- September reif, bleiben oft bis zum Frühling am Baum
Vorkommen: Sonne/Halbschatten, Hecken, Parkbäume (beliebt wegen hübscher Blüten und Früchte), max. 8m

Alter: bis 500 J.
Lebensraum: für 150 Insekten-Arten, 30 Singvogel-Arten (u.a. Neuntöter) und viele kleine Säugetiere.

Wirkstoffe

  • OPC = oligomere Procyanidine
  • Flavonoide: glykosidische Flavone: Vitexin, …
  • glykosidische Flavonole: Rutin, Hyperosid, …(v. a. in den Blättern)
  • biogene Amine
  • Crataegussäure
  • Glycosid Oxanthin
  • viele Vitamine
  • Gerbstoffe 0,5-1%
  • ätherisches Öl, bis 0,15% in den Blüten

Wirkung

  • herzstärkend (positiv inotrop, die Schlagkraft des Herzmuskels verbessernd sowie die Sauerstoffversorgung des Herzmuskels verbessernd)
  • herzberuhigend, senkt die Herzfrequenz, stabilisiert den Rhythmus
  • gefäßerweiternd
  • blutdruckregulierend
  • vermindert die kumulierende Digitaliswirkung
  • Hirndurchblutung verbessernd
  • adstringierend
  • beruhigend (Nervensystem)
  • fiebersenkend
  • harntreibend, entwässernd
  • krampflösend
  • antiallergisch

Indikationenen

  • Herzmuskelschwäche, beginnende (Altersherz)
  • sklerotische Veränderung d. Herzkranzgefäße, KHK, mangelnde Durchblutung, auch vorbeugend
  • Blutdruck: niedriger/hoher
  • Hypertonie-Herz
  • Herz- und Kreislaufstörungen auf nervöser Grundlage
  • HRST: Herzrhythmusstörungen
  • HI: Herzinfarkt, zur Nachbehandlung und Reinfarktprophylaxe
  • Angina pectoris
  • Managerkrankheit 
(Streß, Überarbeitung, Ängste, Alkohol, Nikotin, falsche Ernährung,…)
  • Durchfall
  • Grippe, Fieber
  • Krämpfe
  • Lungenerkrankungen
  • Schlafstörungen
  • Steinerkrankungen
  • Schwindel
  • Schwäche nach Infekten, Rekonvaleszenz: bei und nach schweren Infektionskrankheiten
  • Konzentrationsstörungen bei älteren Menschen
  • Übergewicht

 

Keine bekannten Kontraindikationen!

Verwechslung

mit der Schlehe (Schwarzdorn)

 

Unterschiede:

 

Weißdorn: rautenförmig/gelappte Blätter; Blüten nach den Blättern; aschgraue Rinde, rote Früchte


Schlehe: elliptische Blätter ohne Lappen, Blüten vor den Blättern, braunschwarze Rinde, dunkelblaue Früchte

Verwendete Pflanzenteile

  • Blüten (Crataegi Flores)
  • Blätter mit Blüten (Crataegi Folium cum Flore)
  • Früchte (Crataegi Fructus)

Volksheilkunde, Mythologie

Der Weißdorn ist in der traditionell chinesischen Medizin sowie in der indianischen Medizin schon sehr lange bekannt, im europäischen Kulturraum erst seit dem 1.Jh. n.Chr. Er wurde erstmals von Dioscurides erwähnt.

Man schreibt dem Weißdorn die Kraft zu, böse Geister abzuwehren und vor Verhexung zu schützen. Ein Zweig schützt Kinder in der Nacht vor Strigen.
Er gilt als Wohnung der Elfen, weshalb Stoff und Haare in die Bäume geflochten wurden, damit die Elfen dem Spender Gutes tun.
Kinderwiegen wurden aus Weißdorn-Holz gefertigt, zum Schutz vor bösen Feen.

Planet

Mars, Saturn

Sonstiges

  • Homöopathie: 
Herzinsuffizienz, Pulsunregelmäßigkeit, Schmerz unter dem linken Schlüsselbein, brennender Ausschlag, Verschlimmerung durch Wärme
  • Nahrungspflanze.
  • Blüten zum Aromatisieren von Desserts, Eis, Zucker, Konospen einlegen wie Karpern.
Früchte sind roh essbar, in Notzeiten als Mus, vitaminreicher Saft/Sirup, Fruchtfleisch als Mehlzusatz, 
Kerne als Kaffee-Ersatz
  • Blätter: junge Blätter in den Salat und für Spirituosen, reife Blätter für Tee oder Kräuterwein
  • Futterpflanze:
Stärkungsmittel, z.B. für Hühner (Früchte mit Holunder- und Vogelbeeren)
Eine kurze Kräuter-Kunde für Pferde:
  • Die folgenden Kräuter können die Gesundheit Ihres Pferdes fördern: Bärlauch, Löwenzahn, Brennnessel, Labkraut, Anis, Hagebutte, Goldrute, Ringelblume, Fenchel, Weißdorn, usw.