KATZENKRALLE

Uncaria tomentosa

Nicht zu verwechseln mit der Uncaria guianensis – nah verwandt, kaum zu unterscheiden, ebenfalls zu Heilzwecken verwendet, weniger vermarktet

Pflanzenfamilie

Rötegewächse (Krappgewächse), Rubiaceae


Zu dieser Familie gehören ebenfalls:

  • die Gattung Kaffee (Coffea)
  • die Gattung Labkraut (Galium) mit 
Waldmeister, Labkraut, Klettenlabkraut
  • der Färberkrapp (Rubia tinctorum) 

Name

Indigene Völker Südamerikas nennen sie Villaccora (heilige Pflanze) oder „Uña de Gato“ – die Kralle der Katze. Auf englisch heißt sie ebenfalls „Cat´s Claw“.

Der Name klingt so ähnlich, wie „Teufelskralle“, das ist aber eine völlig andere Pflanze, die aus Afrika kommt und in der Steppe wächst (Hapagophytum procumbens). Allerdings wird auch sie bei Rheuma, Arthrose und anderen Gelenkerkrankungen eingesetzt.

Botanik

Wurzeln: sind ausdauernd und wachsen horizontal an der Grenzschicht von Lehm und lockerem organischem Material, wenige Zentimeter unter der Oberfläche.


Stämme: werden bis zu 30 cm dick, können 100 m lang werden und winden sich bis in die Kronen ihrer Trägerbäume.


Blätter: Die Blätter der Rötegewächse sind gegenständig angeordnet. Die Blattspreite ist einfach gestaltet und hat einen ganzrandigen Blattrand. Bei der Katzenkralle wachsen die Blätter an Kurztrieben, in deren Achseln sich scharfe, scharfe, leicht gebogene Dornen bilden, mit denen sich die Liane am Trägerbaum festkrallt.


Blüten: In der Blütezeit werden anstelle der Dornen rispenförmig angeordnete weißliche bis gelbe Blütendolden gebildet.


Früchte: Samenkapseln
Standort: Regen- und Nebelwälder mit schattigen und feuchten Böden.


Herkunft: Amazonas-Gebiet


Verbreitung: Amazonas-Gebiet, Südamerika

Wirkstoffe

Oxindolalkaloide wie Pteropodin und Mitraphillin sind vorrangig für die immunstärkende Wirkung verantwortlich. Sie sind in unterschiedlicher Konzentration in der Pflanze verteilt: 


 

  • Blüten 2%

  • Blätter 1,6%
  • Wurzeln 1%
  • 
Rinde 0,5%

  • Dornen 0,3%
 

Es gibt zwei Chemotypen von der Katzenkralle (Ucaria tomentosa):

  • Einer enthält hauptsächlich POA´S (pentacyclische Oxindolalkaloide), die für die immun-regulierende Wirkung verantwortlich sind und
  • einer enthält TOA´s (tetracyclische Oxindolalkaloide), die diese Wirkung abschwächen oder sogar aufheben. TOA´s sorgen auch für unerwünschte Nebenwirkungen, wie Herz-Kreislaufprobleme.
 

Weitere Inhaltsstoffe:

  • Indolalkaloide: schädigen Krebszellen.
  • Sterole: hemmen die Entstehung von Eiweiß-Komplexen, die bei Alzheimer beobachtet werden.
  • Triterpene: senken den Cholesterinspiegel.
  • Procyanidine: stellen einen Zellschutz dar, weil sie Radikalfänger sind.
  • Flavonoide, wie Procyanidine schützen die Zellen.
  • Polyphenol Epicatechin. Polyphenole wirken antioxidativ.
  • Chinconain wirkt lokalanästhetisch.

Wirkung

  • antioxidativ (Schutz vor freien Radikalen)
  • anti-infammatorisch (entzündungshemmend)
  • immun-modulierend (aktivierend bei Immunschwäche, beruhigend bei Überreaktion des Immunsystems). Das ist erkennbar an der Regulierung der weißen Blutkörperchen (Leukozyten)
  • schmerzlindernd
  • juckreizlindernd (Spray aus Katzenkrallen- und Haferextrakt)
  • antiödematös (Abbau von Schwellungen)
  • krebshemmend, antileukämisch (in vitro)
  • antiviral
  • cholesterinsenkend

Indikationenen

Haupt-Indikationen:

1. Stärkung des Immunsystems!

2. Hemmung von Entzündungen!

 

 

Indikationen:

  • Haut: Akne, Dermatitis, Herpes zoster, tiefe Wunden, Psoriasis, Neurodermitis, Ekzeme, Juckreiz, Abszesse
  • Schleimhaut: z.B. Entzündungen im Mundraum durch Bakterien / Pilze
  • Bewegungsapparat: Arthritis, Bursitis (Schleimbeutelentzündung)
  • Atemwege: Asthma
  • Immunsystem: chemische und Umweltallergien und Überempfindlichkeit
  • Stoffwechsel: Diabetes, Hypoglykämie, Hypercholestrinämie
  • Entzündungen: z.B. der Harnwege, Parodontitits
  • Verdauungssystem: Gastritis, Magengeschwüre, Durchfälle, Ruhr (bakterielle Durchfall-Erkrankung), Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Reizdarm
  • Virus-Erkrankungen: 


     

    • Epstein Barr
    • Herpes (alle Formen)
    • HIV: HIV-Patienten erhielten Wurzelextrakt als Zusatztherapie und hatten eine geringere Anfälligkeit für Infektionen.

    • Dengue-Enzephalitis: Katzenkralle ist spezifisch antiviral wirksam bei Dengue-Fieber. (Rezeptur: 3-6 x täglich 1 Tl Tinktur oder 1200mg-Kapseln für 2 Wochen)

    • SARS-CoV-2: es besteht begründeter Verdacht, dass die Katzenkralle auch hier hilfreich sein kann.
  • Bakterielle Erkrankungen: Gonorrhö
  • Pilzbefall: Candidiasis, auch systemisch (gegen pflanzliche Heilmittel, die nicht auf einen Wirkstoff reduziert wurden, bilden sich keine Resistenzen).
  • Krebs: z.B. Harnwegskrebs bei Frauen (traditionelle Verwendung). 
In-vitro-Studien zeigten, dass der Extrakt Tumorzellen abtöten, die tumorzerstörende Wirkung der Chemotherapie verstärken und die Nebenwirkungen der Chemotherapie (Abnahme der weißen Blutkörperchen) reduzieren kann. Die Wirksamkeit bei Leukämie hat sich bestätigt.
  • Schmerzen: Knochenschmerzen
  • Herz-Kreislaufprobleme, wie Bluthochdruck, Krampfadern, Thrombosen, Senkung des Herzinfarkt Risikos, Senkung des Schlaganfall Risikos
  • Immunsystem: rezidivierende Infekte, Autoimmun-Erkrankungen wie Lupus erythematodes, Multiple Sklerose
  • Frauen: PMS und Menstruationsunregelmäßigkeiten, Rekonvaleszenz nach Entbindungen
  • Rheumatismus: chronische Entzündungen bei rheumatoider Arthritis klingen ab. Die zerstörerische Überaktivität des Immunsystems wird reduziert!
  • Vergiftungen: durch Umwelttoxine
  • Nierenreinigung
  • Zirrhosen (Bindegewebiger Umbau von Organen), v.a. Leberzirrhose
  • Psyche: Depression, chronische Müdigkeit

Verwendete Pflanzenteile

  • Wurzel / Wurzelrinde! (Uncariae tomentosea radix) 
Ihnen wird die stärkste Heilkraft zugeschrieben. 
Sie enthalten die meisten Wirkstoffe.
  • Stammrinde
  • Blätter
  • Blüten
  • Dornen

Anwendungsformen

  • standardisierte Präparate gelten als Arzneimittel und sind nur dort erhältlich, wo die Pflanze als Heilpflanze anerkannt ist. 
Nicht standardisierte Präparate zählen zu den Nahrungsergänzungsmitteln.
  • Im Herkunftsgebiet wird die ganze Pflanze verwendet, 
in Europa gilt nur die Wurzel / Wurzelrinde angeboten.
  • innerlich: Kapseln, Tropfen, Tabletten, Pulver, Tee
  • äußerlich: Gel, Tee
  • traditionelles Rezept: 
2 Tl Katzenkrallenrinde in 1,5l Wasser 30 Minuten lang kochen, abkühlen lassen und 3 x ½ Glas davon vor dem Essen trinken.
  • Empfehlung der WHO für die Teezubereitung: 
1g Wurzelrinde pro Tag auf 2-3 Portionen verteilt.
 (Der Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel empfiehlt 2-6 g als Tagesdosis.)
  • Empfehlung von vielen Nahrungsergänzungsmittelherstellern: 
2-3-mal täglich 5-20 Tropfen oder 2 x 2 Kapseln einnehmen.

Planet, Geschichte und Mythologie

Planet:

• Mars: wehrhaft durch Dornen

• Merkur: schlängelnde Sprossachse

 

 

Geschichte/Mythologie:

  • Seit 2000 Jahren wird die Katzenkralle im Amazonas-Gebiet bei zahlreichen Erkrankungen angewendet. Sie ist weit verbreitet in Peru, Bolivien, Brasilien und Kolumbien und wird als heilige Pflanze verehrt.
  • Die Heilerinnen und Heiler dort wenden sie an, um Störungen in der Kommunikation zwischen Körper und Geist zu behandeln.
  • In den 1990er Jahren erkannte die WHO die Katzenkralle als traditionelle Heilpflanze an.
  • Mittlerweile konnten ihre Wirkungen durch diverse Studien belegt werden und Katzenkrallen-Präparate zählen in den USA zu den meistverkauften pflanzlichen Heilmitteln.
  • In Europa ist sie nicht als Heilpflanze anerkannt (außer in Spanien, Ungarn und Österreich).
  • Seit 2004 ist die Katzenkralle / der Krallendorn in Österreich als Heilpflanze anerkannt, bei uns in Deutschland nicht.

Wissenswertes

Tierheilkunde: An Katzenleukose (FeLV) und Katzenaids (FIV) erkrankte Tiere erhielten 5 Monate lang eine Injektionstherapie. 44% davon waren anschließend völlig virenfrei, während unbehandelte Tiere zu 90% sterben.

Quellen

  • Buhner, Stephen Harrod: Pflanzliche Virenkiller
Herba Press, ISBN: 978-3-946245-01-8
  • https://titolo.de/katzenkralle
  • https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2009/daz-41-2009/katzenkrallenwurzel-ein-antirheumatikum-aus-peru
  • https://www.zentrum-der-gesundheit.de/ernaehrung/nahrungsergaenzung/heilpflanzen/katzenkralle
  • Krämer, Klaus: Vorträge

Bezugsquellen

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